Bealtaine, der Monat Mai

Bealtaine – der Monat Mai

 

 

 

Vielerorts steht der Feiertag des 1. Mai für den Kampf der Arbeiter um bessere Bedingungen. Das keltische Bealtaine fest feiert diese Zeit als wichtigen Punkt im Ablauf der Jahreszeiten.

 

 

 

 

 

 

Mai ist der Zeitpunkt im Jahresverlauf, der uns das Licht bringt. Hier im Westen Irlands hatten wir eine lange Phase mit Regen, grauen Wolken und kühlen Temperaturen. Nichtsdestotrotz zeigten sich die ersten Blüten an den Schlehenbüschen und die ersten Blattknospen an Hecken und Bäumen. Die Vögel begannen ihre Nester zu bauen, die Krähen hinterm Haus wurden lauter und lauter. Seit ein paar Tagen nun atmen wir auf, es gab mehrere Tage puren Sonnenschein und blauen Himmel, nun etwas gemischt mit Regenschauern zwischendrin. Die Schwalben sausen herum, der Kuckuck ruft, im Burren zeigt sich der Frühlingsenzian. Es ist eine Freude!

 

Enzian im Burren

 

Traditionell ist der Mai, das Fest von Bealtaine im alten keltischen Kalender der Moment, wenn Menschen wieder in die Welt treten. Doch wie das Fest von Samhain zu Winterbeginn sind diese Zeiten des Übergangs von Dunkelheit zum Licht und umgekehrt stets Zeiten grosser Kraft, die stets Glück und Unglück hervorbringen. Die Welt draussen mit all ihrem Licht birgt auch Risiken und es ist wichtig die Dunkelheit anzuerkennen und ihr Respekt zu zollen, sie wird wiederkehren. Bealtaine ist, wie Samhain ein Portal zwischen Winter und Sommer, Portale lassen nicht nur Gutes in die Welt.

Der irische Name Bealtaine kommt von ‚tine‘, was Feuer bedeutet und von ‚beal‘, was womöglich mit dem keltischen Gott Belenus, dem Strahlenden, in Verbindung steht. In der heutigen Zeit ist der Mai selbst der Jungfrau Maria gewidmet, eine Tradition, die ihre eigenen Bräuche und Rituale nach Irland brachte. In der irischen Mythologie ist Lá Bealtaine ist der Tag, an dem Parthalon in Kenmare in Kerry landete.

 

 

 

Das Fest von Bealtaine

 

 

Dieses Fest wird vielerorts in Europa gefeiert, besonders in den nördlichen Ländern. Traditionell sind grosse Freudenfeuer und der erste Mai gilt als Tag zum Schutz vor Hexerei. Es war angeraten am Vorabend und am Tag selbst nahe am Haus zu bleiben und nichts zu wagen. Menschen vermieden Ringfestungen und einsame Orte die gemeinhin als Orte für Festlichkeiten der ‚Good People‘, der Feen galten. Interessanterweise war Lughnasa, das keltische Fest im August, nicht Bealtaine, das Fest der Brautwerbung, und der Mai galt trotz seiner natürlichen Verbindung zu Fruchtbarkeit als unglückbringend für Eheschließungen.

Die düstere und furchterregende Seite der keltischen Feierlichkeiten prägte auch den traditionellen Aberglauben, die ‚Piseogs‘, von denen viele noch Mitte des 20. Jahrhunderts in Irland existierten. Butterfass und Wiege wurden mit gelben Blumen oder roten Stoffstreifen geschmückt. Das Leben schreitet fort, doch braucht es Schutz der jungen Pflanzen. Bealtaine feiert die Zeit des Wachstums, die Sommermonate, und die damit verbundenen Traditionen sind tief in der Natur verwurzelt, insbesondere in den Aktivitäten rund um Kühe und Milch.

 

 

Bäume mit besonderer Magie

 

 

Der Baum, der eng mit den Feen verbunden ist, ist der Weißdorn (Maibusch), traditionell wurde die Haustür damit geschmückt. Viel Interessantes zum Weissdorn findet ihr hier….

Am Maitag glaubte man, dass Feen oder Hexen in Gestalt von Hasen zum Hof kommen würden, um die Milch der über Nacht draußen gelassenen Kühe zu saugen. Daher wurden die Feldränder mit weiteren gelben Blumen oder manchmal mit Ebereschen geschützt. Und auch zur Eberesche gibt es viel zu berichten, schaut hier

Der Maitag wird von der irischen Landbevölkerung heute nicht mehr an allen Orten gefeiert, die Maifeuer gab es lange Zeit nur noch selten hier und da. Jedoch seit 2009 gibt es ein modernes Feuerfestival in der Landesmitte, auf dem Berg von Uisneach, ein Ort verbunden mit grossartigen Geschichten und Mythen. Zur Homepage von Uisneach geht es hier

Und gerade in diesem Jahr gibt es hier in der Gegend um Galway mehrere Festivals an diesem Wochenende, von dem alljährlichen Cuckoo Fleadh in Kinvara, zum Momentum Festival in Oranmore und dem Fleadh na Bealtaine in Galway selbst – Feste der Musik, vor allem der traditionellen irischen Musik.

 

So wünsche ich Euch einen wunderschönen Mai, Zeit mit Freunden, mit Musik…

 

 

Burren Nationalpark

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